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Ausreichend Infektionsschutz im Kindergarten

Basteln, bauen, kneten, singen, backen und herumtoben: In Kindertagesstätten geht es täglich fröhlich, wild und bunt daher. Am meisten freuen sich die Wonneproppen wohl darauf, sich mit all ihren Freunden zu treffen und zusammen zu spielen. Ein herrliches Bild, wenn sich die kleinen Abenteurer tummeln und im Spielrausch die Zeit vergessen!

In Zeiten der Corona-Pandemie schwingt bei Bildern von spielenden Kindern auf engem Raum aber leider auch immer die Angst vor einer Infektion mit dem Virus mit. Denn je mehr Kinder auf engem Raum zusammenkommen, desto größer wird das Risiko, dass sich die Kleinen – und das gilt natürlich auch für die Erzieher und Eltern – über Aerosole mit dem Corona-Virus SARS-CoV2 infizieren. Deswegen wurde in der Wissenschaft lange diskutiert, ob Kindergärten und Kindertagesstätten mögliche Hotspots sein können, in denen sich das Virus unkontrolliert verbreiten kann. Denn Abstandsregeln zum Infektionsschutz lassen sich in einer Kita beim besten Willen nicht einhalten.

Eltern erinnern sich noch voller Grauen an den März 2020. Damals beschloss die Regierung im Zuge des Lockdowns auch die Kindergärten und Kindertagesstätten zu schließen und auf den Notbetrieb umzustellen. Das war für viele Kinder und ihre Familien eine harte Belastung. In der zweiten Corona-Welle war es deswegen lange politischer Konsens, dass die Kindergärten so lange es irgendwie geht geöffnet bleiben sollten. Wegen der rasant steigenden Infektionszahlen kam es im Dezember 2020 aber zu einer Kehrtwende – und die Kindertagesstätten mussten erneut in den Notbetrieb wechseln.

Kein Hygienekonzept ohne Lüften

Noch nie stand der Infektionsschutz in der Kita so sehr im Blickpunkt, wie in Zeiten der Corona-Pandemie. Welche Maßnahmen in den Einrichtungen ergriffen werden müssen, um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten im Allgemeinen und von Corona im Besonderen zu verhindern, regelt das Infektionsschutzgesetz Kita. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wird demnach belehrt, welche Maßnahmen zu ergreifen und wie diese umzusetzen sind.

Im Sommerhalbjahr ist es vergleichsweise einfach, den Infektionsschutz im Kindergarten umzusetzen. Wenn das Spielen nach draußen verlagert und der Tag an der frischen Luft verbracht wird, macht das den Kindern nicht nur mehr Spaß, es verringert auch das Risiko einer Ansteckung. Doch wie lautet die Lösung für den Umgang mit ansteckenden Krankheiten wie Corona in den Herbst- und Wintermonaten? Wenn Jahreszeit und Wetter es nicht erlauben, dass die Kinder draußen spielen können und den Großteil des Tages im Gruppenraum verbringen müssen, hilft es in der Praxis nur, diesen Raum regelmäßig und effizient zu lüften.

Starre Lüftungsregeln bringen nichts

Mit dem Lüften soll erreicht werden, dass der CO2-Gehalt im Raum sinkt – und damit auch die Konzentration an Aerosolen und das Infektionsrisiko. Zugleich soll es im Kindergarten aber natürlich auch nicht zu kalt sein. Daher ist es unerlässlich, effektiv und zum richtigen Zeitpunkt zu lüften. Starre Lüftungsregeln basieren dabei auf Annahmen und vernachlässigen Faktoren, die direkte Auswirkungen auf die CO2-Konzentration haben – wie die Größe des Raums, die Anzahl oder Tätigkeit der Personen. Unreflektiert angewendete Lüftungsregeln brachten häufig kein besseres Raumklima, dafür jedoch frierende Kinder und Erzieherinnen und Erzieher als Folge der regelmäßig weit geöffneten Fenster.

CO2 Ampel schützt Kinder und Erzieher

An diesem Punkt setzt „Conny, die CO2 Ampel, die atmet“ an. Conny misst permanent die CO2-Konzentration im Raum, die ein anerkannter Indikator für die Aerosol-Konzentration ist. Leuchtet die atmende Ampel Rot, dann ist der CO2-Gehalt im Raum zu hoch, sodass unbedingt gelüftet werden muss. Die gelbe Farbe signalisiert, dass Vorsicht geboten ist. Grün zeigt an, dass keine Gefahr besteht. So müssen kein Kind und kein Erzieher unnötig frieren. Mindestens genauso wichtig ist jedoch der psychologische Effekt. Die grüne Ampel signalisiert Sicherheit und baut Vertrauen auf – für die Kinder, für die Erzieherinnen und Erzieher und nicht zuletzt für die Eltern. Und dieses Gefühl der Sicherheit ist gerade in Zeiten der Corona-Pandemie durch nichts zu ersetzen.

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